Webbär – das kleine Webmagazin

20.Juli 2009

Warum der Atheismus schlecht ist

Filed under: Glauben — Schlagwörter: , , — webbaer @ 22:30

atheists-busHEY HO LET’S GO!! – Also, herzlich willkommen auf diesem kleinen Webangebot, das sich aus aktuellem Anlass (siehe hier oder dort oder dort) zuallererst mit dem lästig zu nennenden Problem des Atheismus beschäftigt.

Der Atheist glaubt im Gegensatz zum gottesgläubigen Theisten daran, dass es keinen Gott gibt. Er multipliziert so zu sagen den Glauben und wird zu einem Widerspruch in sich. Sein Anspruch eine religiöse Theorie zu widerlegen entspricht dem Bemühen einen Es-gibt-Satz zu widerlegen. Nehmen wir einmal an der Autor dieser Zeilen ist davon überzeugt, dass es in den Weltmeeren große schwarze Killerwale gibt, die gelegentlich Schiffe verschlingen, aber höchsten Wert darauf legen nicht entdeckt zu werden und bisher auch noch nicht entdeckt worden sind. Q: Lässt sich dieser Glauben widerlegen? A: Nein. Aber genau so etwas versucht der Atheist.

Richard DawkinsZudem unterliegt der Atheist einem schweren Irrtum, wenn er bevorzugt Schlechtes in den Religionen entdeckt. Das Gegenteil ist richtig, Christen- und Judentum schafften die Voraussetzungen für die europäische Aufklärung und die dann möglich gewordene technologische Entwicklung, die sprunghaft einsetzte als Forschung frei wurde. Auch beispielsweise der Islam setzte soziale Standards in Nordafrika und im vorder- und mittelasiatischen Raum, die ihren zivilisatorischen Wert haben oder hatten.

Typischerweise ist der Atheist ein Antireligionist, d.h. er wendet sich gegen Religionen im Allgemeinen, was wiederum seine Selbstbezeichnung in Frage stellt.

Harry PotterOK, das waren die drei Hauptkritikpunkte am Atheismus und seinen Vertretern, abschließend noch ein kleiner Hinweis, der für eine, hmm, gewisse Spiritualität spricht: Die Welt, die aus Zustandsmengen besteht, auf die Regelmengen angewendet werden, muss per definitionem einen Betreiber haben. Wie dieser beschaffen ist, sei dahingestellt, aus Sicht des Systematikers kann es durchaus sein, dass das betriebene Weltsystem keine Schnittstellen bietet, die uns diesbezüglich Aufschluss geben; der freundliche wie verständige Leser darf das als Plädoyer für die Agnostik verstehen.

18 Kommentare »

  1. Nehmen wir einmal an der Autor dieser Zeilen ist davon überzeugt, dass es in den Weltmeeren große schwarze Killerwale gibt, die gelegentlich Schiffe verschlingen, aber höchsten Wert darauf legen nicht entdeckt zu werden und bisher auch noch nicht entdeckt worden sind. Q: Lässt sich dieser Glauben widerlegen? A: Nein. Aber genau so etwas versucht der Atheist.

    Nehmen wir weiter an, es gäbe die Ahabisten, die aus ihrer Auffassung, dass es in den Weltmeeren große schwarze Killerwale gibt, die gelegentlich Schiffe verschlingen, eine komplexe Ideologie entwickelt haben. Q: Lässt sich daraus ein besonderer Gestaltungsanspruch z.B. in Sachen Schiffbau und Tourismus sinnvoll herleiten? A: Nein. Aber genau so etwas versuchen die Religiösen.

    Typischerweise ist der Atheist ein Antireligionist, d.h. er wendet sich gegen Religionen im Allgemeinen, was wiederum seine Selbstbezeichnung in Frage stellt.

    Richtig. „Antitheist“ wäre daher die korrekte(re) Bezeichnung für diese Geisteshaltung.

    Die Welt, die aus Zustandsmengen besteht, auf die Regelmengen angewendet werden, muss per definitionem einen Betreiber haben.

    Wenn man, wie manche Theoretiker der Quantenphysik, davon ausgeht, dass „die Welt“ Information *ist*, erledigt sich das Schnittstellenproblem. Und auch die Frage des „Betreibers“.

    Agnostische Grüsse🙂

    Kommentar von jo@chim — 21.Juli 2009 @ 10:24

    • Es scheint zweckmässig anzunehmen, dass die Welt aus Daten(„die Gegebenen“)-Mengen besteht, auf die von einem Betreiber Regelmengen angewendet werden.
      Information entsteht dann durch Abstraktion bei höherentwickelten, äh, Strukturen.

      Kommentar von webbaer — 22.Juli 2009 @ 04:24

  2. Argumentation zum 1.Absatz habe ich hier noch etwas ausgebaut…

    Kommentar von jo@chim — 21.Juli 2009 @ 12:08

  3. Nur weil sich die Nicht-Existenz eines Gottes nicht beweisen lässt nimmst du fälschlicherweise an, die Existenz sei bewiesen. Glauben heißt aber nicht zu wissen und gerade das ist der Schwachpunkt sowohl der Atheisten (die glauben den Glauben demontieren zu können) und der wie auch immer gearteten Religiösen ( die eben glauben und sich damit das Denken verbieten)
    In beiden Fällen hilft, ignorieren und den Glauben, wie den Glauben an den Unglauben links und rechts liegen zu lassen😉

    Kommentar von Daniela S. — 21.Juli 2009 @ 13:32

    • Den ersten Satz kann ich nicht unterschreiben.

      Kommentar von webbaer — 22.Juli 2009 @ 04:27

  4. Der Atheist „glaubt“ nicht daran, dass es keinen Gott gibt, weil das Konstrukt Glauben für ihn prinzipiell irrational ist! Insofern ist die Gleichsetzung hier albern.

    Er hält die Existenz eines Gottes (über welchen konkreten reden wir im Moment?) halt aufgrund einer Analyse der vorliegenden Fakten für hochgradig unwahrscheinlich. Man kann das auch strengen Angnostizismus nennen, eine Bezeichnung die ich bevorzuge. Ich bevorzuge sie u.a. deswegen, um nicht in solche Diskussionen zu geraten in der wir uns grade befinden. Dawkins nennt sich selber aus durchaus nachvollziehbaren logischen – und teilweise auch taktischen Gründen – halt lieber Atheist.

    Ansonsten hat jo@achim ja schon schön dargelegt, dass selbst wenn die Gleichsetzung funktionieren würde, dem Theismus oder Deismus damit nicht wirklich geholfen wäre😉

    Kommentar von Causa Motiva — 21.Juli 2009 @ 15:53

  5. „Sein Anspruch eine religiöse Theorie zu widerlegen entspricht dem Bemühen einen Es-gibt-Satz zu widerlegen. Nehmen wir einmal an der Autor dieser Zeilen ist davon überzeugt, dass …“
    Hier finden sich Widersprüche in den Prämissen. Einen logischen Es-gibt-Satz kann man nicht widerlegen. Einen logischen Es-gibt-Satz mit „der Autor ist davon überzeugt, dass …“ gleichzusetzen ist schlichtweg falsch. Die Überzeugung des Autors über einen Sachverhalt ist rein subjektiv und kann kaum mit einem „Es-gibt-Satz“ gleichgesetzt werden, sofern wir nicht vorher die Gesetze der Logik abschaffen wollen.
    Wie aus dieser falschen Prämisse der Schluss abgeleitet werden soll, der Atheist versuche etwas zu widerlegen, was die Überzeugung von beispielsweise dem Autor sei, ist mir schleierhaft. Warum ein Atheist „so etwas versucht“ (d.h. aus einer falschen Prämisse einen etwaigen Schluss abzuleiten und diesen widerlegen zu wollen) ist mir ebenfalls nicht verständlich. Bisher hatte ich immer den Eindruck die Beweislast sei auf Seiten der Gläubigen – Gottesbeweise ziehen sich durch das gesamte Mittelalter und die Neuzeit.
    Das Abwägen, was denn nun mit dem Glauben gewonnen sei, wenn dies aufgrund seiner Komplexität überhaupt möglich ist, würde ich aber trotzdem mit dem Autor mehr in Richtung positiv beantworten. Der Glaube hat sicherlich viel Gutes bewirkt. Warum hier allerdings alle Personen, die der Autor unter dem Begriff „Atheist“ subsumiert wissen will, „bevorzugt Schlechtes“ in den Religionen sehen wollen, stellt eine mir unverständlich pauschale Aussage dar. Wenn ich richtig gelesen habe, ist das genau der Punkt, den der Autor bei Spiegelfechter kritisiert. Alle Atheisten sind gleicher Meinung? Das wäre kaum zu belegen.
    Persönlich würde ich von dem ständigen A- oder anti- abraten. Jemand, der an keine Transdendenz glaubt, muss doch nicht mit Gewalt in dasselbe Schema gepresst werden, wie jemand der einer bestimmten Religion angehört? Nur weil ich nicht Briefmarken sammle, keinem Fußballverein angehöre und nicht regelmäßig kegle, bin ich doch kein Antikegler, A-Briefmarkensammler oder Anti-Fußballer. Ich bin diesen Dingen gegenüber indifferent, solange sie nicht aufgrund eines Zwanges ausüben muss.

    Kommentar von Andrea N.D. — 29.Juli 2009 @ 20:52

  6. @Andrea:
    Sie haben natürlich recht: Aussagen zu einem Sachverhalt sind (für den Systematiker) immer zuallererst Aussagen einer Person(enmenge) zu einem Sachverhalt; auch wird es Atheisten geben, die nichts Schlechtes in den Religionen sehen und „Anti-“ oder „A-“ sieht der Webbär ebenfalls oft negativ, danke für die differenzierenden Erweiterungen.

    Kommentar von webbaer — 30.Juli 2009 @ 16:24

  7. Glauben Sie, dass es keinen Gott Poseidon gibt? Können Sie Gründe dafür nennen? Halten Sie Ihre Beziehung zum Gott Poseidon mittels des Wortes „Glaube“ für treffend beschrieben? Oder können Sie, falls Ihnen diese Frage – so gestellt – nicht gefällt, Gründe für das Nichtgefallen nennen?

    Kommentar von Sch. Licht — 7.August 2009 @ 12:59

    • Hmm, Poseidon mag es geben, wissenschaftlich beschäftigt sich ein methodologischer Naturalist (das sollten alle Naturwissenschaftler sein, oder?🙂 ) nicht mit dieser Frage, da u.a. die Meßbarkeit nicht gegeben scheint.
      Eine andere Frage ist der Glauben, dieser ist anders als Wissen, aber notwendig im Leben, da nicht alles wissenschaftlich zu handhaben ist, der Mensch also politisch wird. In diesem Sinne glaube ich nicht an Poseidon, bin aber keinem ernsthaft böse, der das tut. Solange das politisch vertretbar ist natürlich nur, also die Gläubigen nett sind und unseren gesellschaftlichen Standards entsprechend handeln.

      Kommentar von webbaer — 7.August 2009 @ 13:34

      • Wenn Sie Glauben so gelassen sehen, warum stört Sie dann, wenn Leute einfach nur glauben, dass die Welt aus sich heraus funktioniert, ohne dass da „höhere Wesen“ mitmischen?

        Wenn ein paar Religionsfeinde lauthals Atheismus propagieren, ist dann Ihr Umkehrschluss, Atheisten seien religionsfeindlich, nicht ähnlich qualifiziert, wie Ihnen Ihrer Religiosität wegen einen Hang zum Junge-Erde-Kreationismus zu unterstellen, weil diese paar Leute lauthals Religion propagieren?

        Kommentar von Sch. Licht — 12.August 2009 @ 21:18

        • Solange die Leute einfach nur glauben [1] ist das völlig OK, man wird ja allerorts gezwungen zu glauben, da die Wissenschaft nicht überall bereit steht und die Politik (im Sinne von Städterei, da ist fast jeder permanent dabei) den Glauben an dies und das erzwingt – aber es soll da welche geben, die meinen unter dem Mantel der Wissenschaft Atheismus lehren zu können. Diese sind gemeint [2], Dawkins beispielsweise.
          Die Frage im zweiten Absatz geht von falschen Voraussetzungen aus.
          Beste Grüße!

          [1] dass es keinen Gott bzw. „Betreiber“ gibt
          [2] „hauptsächlich gemeint“, diejenigen, die meinen, dass die Religionen per se schädlich waren und sind, an zweiter Stelle

          Kommentar von webbaer — 13.August 2009 @ 00:46

          • Die Frage im zweiten Absatz geht von falschen Voraussetzungen aus.

            Meinen Sie ausdrücklich genannte oder ungenannte „Voraussetzungen„? Darf man begründet erfahren, welche diese „Voraussetzungen“ Sie als falsch ansehen?

            Kommentar von Sch. Licht — 13.August 2009 @ 10:01

            • Falsch vorausgesetzt ist – wie auch aus dem Artikel abzuleiten war, beachten Sie dort bitte den letzten Satz – das hier: „… Ihrer Religiosität wegen …“.

              Kommentar von webbaer — 13.August 2009 @ 10:36

          • Bestätigen Sie nicht genau das, was im zweiten Absatz gefragt ist: Weil es „…welche…“ gibt, die meinen „…Atheismus lehren zu können. Diese sind gemeint…“ ziehen Sie im Titel Ihres Artikels den eigenwilligen Umkehrschluss, dass „…der Atheismus schlecht ist“?

            Kommentar von Sch. Licht — 13.August 2009 @ 10:22

  8. “Ich dank es dem lieben Gott tausendmal, dass er mich zum Atheisten hat werden lassen.”

    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

    Kommentar von kernberg — 11.August 2009 @ 14:02

    • LOL, sehr typisch für einen Erfinder der Experimentalphysik.

      Kommentar von webbaer — 11.August 2009 @ 17:07

  9. Falsch vorausgesetzt ist – wie auch aus dem Artikel abzuleiten war, beachten Sie dort bitte den letzten Satz – das hier: “… Ihrer Religiosität wegen …”.

    Danke für den Hinweis mit der Bitte um Pardon für meine Unachtsamkeit. Also wieder was gelernt: Agnostiker beweist Gott ultimativ.

    Kommentar von Sch. Licht — 13.August 2009 @ 11:02


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