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1.August 2009

Der ultimative Gottesbeweis

Filed under: Wissen — Schlagwörter: , , , , , , — webbaer @ 15:53

godDieser Gottesbeweis wird möglicherweise nicht jeden befriedigen, er ist allerdings ultimativ.

Q: Betrachten wir die Welt, was wissen wir über diese? A: Nicht viel, aber wir wissen: „Etwas ist“.

Wir wissen also nicht etwa, dass es Menschen gibt oder dass wir menschliche Wesen sind (wir könnten beispielsweise auch rekonvaleszierende kosmische Schwarzwale aus für uns nicht vorstellbaren Uni- oder Multiversen sein, deren Therapie von einem künstlichen Menschsein begleitet wird), sondern nur, dass es etwas gibt. Dieses Etwas ist zudem nicht statisch, sondern dynamisch. Formen wir dieses Wissen um, dann können wir sicher das Vorhandensein von Zustandsmengen feststellen, auf die Regelmengen [1] angewendet werden. Die Anwendung der Regelmengen ist als Betrieb zu verstehen, das heißt es gibt einen Betreiber [2]; diesen Betreiber nennt der Mensch traditionell Gott.

Gerd LüdemannEs muss angemerkt werden, dass wir – aus wissenschaftlicher Sicht – wenig [3] über die Beschaffenheit Gottes wissen. Dennoch scheint klar woher die natürliche Spiritualität der Menschen kommt, die unter anderem politisch ausgebeutet worden ist, und dass der Atheismus, freundlich formuliert,  auf ganz dünnen Beinen steht. Übrigens ist dieser Gottesbeweis der einzige mögliche Angriffspunkt, der aus Sicht der Religiösen dem Agnostizismus zugewiesen werden kann. Dennoch rät der Autor nicht zum Ignostizismus.

Warum Gott die Welt betreibt und ob Gott selbst betrieben wird, erfahren Sie im nächsten Webbär, bleiben Sie uns gewogen…


[1] Zustands- und Regelmengen können miteinander verwoben sein.
[2] Der Betrieb und die genannten Mengen können miteinander verwoben sein.
[3] Wir wissen etwas im Rahmen unserer Beschäftigung mit den genannten Mengen, welche wir Physik (altgriechisch für Natur) nennen.

13 Kommentare »

  1. Wegen der gegenseitigen Anziehung bewegte Massen brauchen dafür einen „Betreiber“? Denken Physiker das? Ultimativ?

    Kommentar von Sch. Licht — 5.August 2009 @ 19:51

    • Stand da irgendetwas im Artikel über Physiker, die ultimativ die gegenseitige Anziehung bewegter Massen brauchen?
      Beste Grüße!

      Kommentar von webbaer — 5.August 2009 @ 21:44

  2. Gelten „Zustandsmengen“ und „Regelmengen“ nicht für die Physik unserer Welt?

    Kommentar von Sch. Licht — 5.August 2009 @ 21:52

    • Der im Artikel vorgestellte Beweis bearbeitet die Welt selbst, also das wenige was wir über sie wissen, und basiert auf einer (reinen) Umformung; das Verändern der Zustände der Welt bedingt die Existenz eines Veränderers.
      (Die Physik ist (in ihrer Bedeutung als Naturwissenschaft) naturgemäß eine Sicht [1] auf die Welt, vgl. auch den Methodologischen Naturalismus.)

      [1] Aussagen zu Sachverhalten sind für den Systematiker immer Aussagen von Personenmengen zu Sachverhalten, also Sichten.

      Kommentar von webbaer — 5.August 2009 @ 23:13

      • Würde „bearbeitet die Welt“ nicht eine bearbeitete, geänderte Welt ergeben, was hier nicht vorliegt? Wäre es anstatt „bearbeitet“ nicht zutreffender, „betrachtet“ zu sagen? Ist diese Betrachtung nicht eine Sicht auf die Welt als Ganzes als Zusammenfassung aller Sichten? Wenn so ein „Betreiber“ die Welt ganzheitlich ausfüllt, wäre er dann nicht als unabtrennbarer Bestandteil jeder Sicht vorhanden?

        Kommentar von Sch. Licht — 6.August 2009 @ 22:20

  3. Ist von Veränderung auf das Vorhandensein eines Veränderers zu schließen nicht ähnlich willkürlich wie von Existenz auf das Vorhandensein eines Erzeugers zu schließen, wenn es daneben die Denkmöglichkeit gibt, dass die Bestandteile des Systems ihre Zustände gegenseitig verändern bzw. selbst ewig sind?

    Kommentar von Sch. Licht — 6.August 2009 @ 05:57

    • Es ist kein „Schließen“, sondern Umformung, z.B. „es wird gegessen“ = „es gibt Esser“, wir aktivieren den offensichtlichen Sachverhalt, mehr nicht.
      Ihr Einwand bzgl. der Systembestandteile ist in den Fußnoten des Artikels berücksichtigt.

      Kommentar von webbaer — 6.August 2009 @ 09:10

      • So spricht nichts dagegen, dass bei der gegenseitigen Veränderung der Zustände der Systembestandteile die Interaktionspartner selbst die „Veränderer“ sind?

        Kommentar von Sch. Licht — 6.August 2009 @ 21:56

  4. Wenn wir das Auswirken von Regeln auf Zustände „Betrieb“ nennen, ist es dann zulässig, bei der „Umformung“ die Möglichkeiten unberücksichtigt zu lassen, dass die Systembestandteile, die ihren Zustand ändern, die Wesenseigenart besitzen könnten, von selbst ständig in Wandlung begriffen zu sein (da wir voraussetzungsgemäß wenig wissen, können wir das nicht ausschließen?), oder im Kontakt mit anderen Systembestandteilen gegenseitig Änderungen zu bewirken? Und: Wie erklärt sich, dass bei der Umformung gerade genau ein „Betreiber“ gefunden wird, und nicht eine der anderen möglichen Zahlen?

    Kommentar von Sch. Licht — 7.August 2009 @ 12:32

  5. Warum geben Sie die Umformung von „Betrieb“ personifiziert als „einen Betreiber“ an, und nicht z.B. neutraler als „etwas Betreibendes“.

    Kommentar von Sch. Licht — 7.August 2009 @ 17:25

  6. Der einzige wirklich stichhaltige Gottesbeweis ist die Unfähigkeit seiner Untertanen, die ideale Makroökonomie zu verstehen:

    http://www.deweles.de/files/apokalypse.pdf

    Kommentar von Stefan Wehmeier — 29.August 2009 @ 21:12

  7. Der vermeintliche Beweis ist alter Wein im neuen Schlauch der Mathematik. Aber so einfach ist es nicht, trotz der Anleihen aus der Automatentheorie.
    Der Schluß, ein Betrieb erfordere einen Betreiber, ist nicht zwingend. Wie der Betrieb zustande kommt, ist mitnichten feststellbar, ein Betreiber in Gottesform ist dazu nicht erforderlich.
    Der Beweis beweist, dass es einen Betrieb gibt (wenn man der mathematischen Voraussetzung folgen möchte, was hier nicht dargelegt wurde). Das ist aber auch alles.

    Es soll nicht geleugnet werden an dieser Stelle, dass es tatsächliche Gottesbeweise gibt. Einer ist im Neuen Testament dokumentiert und wurde von einem Jesus einem Thomas gegenüber erbracht. Da ein solcher Beweis jedoch niemals erfolgreich reproduziert wurde, sind Zweifel an der Glaubwürdigkeit angebracht.

    Kommentar von Enki — 11.April 2010 @ 19:02

    • Wir erleben, was wir uns (vorher) vorstellen. Umgekehrt: Das, was wir wahrnehmen und erleben haben wir uns vorgestellt. Gott steht überhaupt nicht zur Diskussion. Ausser man stellt sich vor dieses Problem zu haben und anschliessend lösen zu wollen. Wir sind geistige Wesen mit der Fähigkeit Aussagen zu machen (Vorstellungen zu haben), die sich anschliessend (da wir uns auch ein materielles Universum mit Raum, Zeit, Materie und Energie vorgestellt haben)prompt „materialisieren“ und erlebbar und beobachtbar sind. DU bist der, der DIESE Vorstellung hat bzw. zu einer solchen Vorstellung zugestimmt hat. Universen gibt es so viele wie DU dir vorstellst. Der URZUSTAND entzieht sich jeder linguistischen Beschreibung; am ehesten kann man von REINEM POTENTIAL sprechen. Von UNENDLICHEN MÖGLICHKEITEN. Das sind nicht: sehr sehr viele … sondern es gelten die Begriffe Unendlichkeit, Potential. Ich kann 10 Universen erschaffen in denen ich alleine bin, oder ein Universum (zu welchem scheinbar sehr viele spirituelle Wesen zugestimmt haben – und sich demgemäß wechselseitig „wahrnehmen“. In Wahrheit („wirklich“) existiert NICHTS: Nur, im Moment, „ich“ (du, der Leser), der diese Zeilen liest. Es ist EINE Möglichkeit. Alles reduziert sich also auf eine Bewußtheit, die die Fähigkeit hat zu erschaffen: Spielzyklen, Körper, Zeit, etc etc….
      Ich bin also heute morgens nicht wirklich „aufgestanden“ und habe mich angezogen etc. Sondern ich erschaffe JETZT die Möglichkeit, dass es eine Vergangenheit gäbe in der ich nach dem Schlaf erwacht bzw. aufgestanden bin.

      Kommentar von Fritz Moser — 5.September 2010 @ 14:05


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