Webbär – das kleine Webmagazin

13.August 2009

Spieltheorie: Papier, Schere, Stein – Weltmeisterschaften

In unserer kleinen Serie Spieltheorie haben wir einige Probleme und Paradoxa bearbeitet, wie beispielsweise…

… und dazu einige Artikel gebracht, die sich mit populären Spielen beschäftigten.

Exkurs:
Q: Warum spielt der Mensch? A: Um sich sich gegen real existierende zukünftige Herausforderungen zu wappnen. [1]
Oder anders formuliert: Der gewiefte Spieler ist in der Lage viel zu verstehen. Beispiele: 1.) Bankenkrise? => die amerikanische sozialstaatliche Maßnahme CRA [2] war ursächlich [3] 2.) Madoff, Schneider? => am Aussehen ließ sich etwas erahnen [4] 3.) Abwrackprämie => die Altwagen wird es zwingend in das Ausland treiben, da die Kontrollen unzureichend sind bzw. unzureichend sein müssen.

Das Thema dieses Artikels ist aber die Schere, Stein, Papier-Weltmeisterschaft, die deutschsprachige Wikipedia erlaubt sich hier von „professionellen Spielern“ zu schreiben und merkt (sehr trocken (wie der Webbär findet)) an, dass die Schere bei Weltmeisterschaften „mit 29,6% am seltensten gewählt wird“.

Welche Strategie muss ein Spieler bei der in Turnierform stattfindenden WM wählen, um eine Chance zu haben?

  1. Nie „losen“, welches Objekt die Hand darstellen wird! Der Mensch ist ein schlechter Zufallsgenerator.
  2. Listen mit Objektserien vorbereiten, diesen folgen, eventuell Listen wechseln.
  3. Um ein Turnier gewinnen zu können, müssen einerseits gegnerische Schwächen genutzt (Fachwort: „exploited“) werden, anderseits müssen selbst Muster vorgetäuscht werden, die der gegnerische Spieler dann ebenfalls (fehlerhafterweise) exploiten will.

Der geneigte wie freundliche und verständige Leser ahnt sicherlich den Wahnsinn, der in diesem Spiel lauert. – Sicher, wer nur an Hand bestimmter vorbereiteter Listen spielt und somit vorab ausgelost hat, landet im Mittelfeld, was im Umkehrschluss heißt: Ein Spieler muss sich exponieren, um (das Turnier!) gewinnen zu können. Der Glücksfaktor dürfte zudem nicht zu unterschätzen sein, dennoch gilt: Bestimmte schlechte Spieler können ein SSP-Turnier nicht gewinnen.

dollarsGewisse Parallelen zum Pokerspiel, zu anderen Spielen und zum allgemeinen wirtschaftlichen Handeln sind feststellen – beispielsweise navigieren „Extrem-Trader“ auf ähnlichen Spielplätzen, wenn es darum geht durch Volumen Kurse und andere Marktteilnehmer zu beeinflussen. [5]
 


[1] oder sich die Zeit zu vertreiben, was sich aber weniger wichtig anhört
[2] der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag ist lausig, also vielleicht besser hier lesen…
[3] Für Deutsche gilt natürlich eher: Es war die Bankergier!!
[4] Stichwort: Toupet – beim anderen stimmte auch etwas nicht
[5] So, also auch durch die hohe Belastung, sind Blackouts wie im Fall Nick Leeson oder im Fall Steve Perkins (der war wohl alkoholisiert, vermutlich kein singulärer Fall – „Extrem-Trader“ sind Künstler) erklärbar geworden.

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