Webbär – das kleine Webmagazin

18.August 2009

Kritik des Peter-Prinzips

Filed under: Gesellschaft, Wissen — Schlagwörter: , , , , , — webbaer @ 14:01

Laurence J. PeterDas Peter-Prinzip besagt in etwa, dass in einer Hierarchie eine Person mit der Zeit zwingend diejenige Position erreicht, die ihrem Leistungsvermögen nicht mehr entspricht, sie also überfordert. Laurence J. Peter wird diese Aussage vermutlich nicht ganz ernst gemeint haben, die Hierarchologie, die seines Erachtens als neues Fachgebiet aus dem Peters-Prinzip abzuleiten wäre, gibt es nicht. Und das ist auch gut so.

Angesprochen ist hier der Dilbert in uns allen, derjenige, der fast täglich mit Personen zu tun hat, die fast zwingend die Fragestellung evozieren „Wie ist der [1] denn in diese Position gelangt?“. Mögliche Antworten sind dann:

  • Befähigung/Eignung/Kompetenz
  • soziale Kompetenz/Intrigen/Korruption [2]
  • Beziehungen [2]
  • Vermögen/eigene Mittel
  • andere Gründe/“war kein Besserer da“/Zufall [2]

Und es ist ja wirklich bitter jeden Tag aufs Neue das Peter-Prinzip scheinbar bewiesen zu sehen. Dennoch: Das Peter-Prinzip ist Nonsense.
Wenn wir Varianten des Peter-Prinzips suchen, dann finden wir folgende:

  1. George W. BushJeder erreicht in einer Hierarchie zwingend irgendwann die Position, die dem eigenen Leistungsvermögen entspricht (so zu sagen die gradlinigste Sicht auf die Dinge).
  2. Jeder erreicht in einer Hierarchie zwingend irgendwann die Position, die seinem Leistungsvermögen fast entspricht, da die Verweildauer in der Hierarchie nicht für die Ausschöpfung des Potentials ausreicht.
  3. Die Hierarchieposition der Hierarchieteilnehmer ist von vielen Faktoren abhängig und zudem dem Zufall unterworfen.

Diese drei Varianten des Peter-Prinzip sind genau so plausibel wie das (unwissenschaftliche) Peter-Prinzip, wurden sicherlich in dieser oder ähnlicher Form bereits vorgetragen und haben aber aus verschiedenen Gründen nicht die Akzeptanz [3] des sich täglich scheinbar beweisenden Peter-Prinzips erlangt.
Das Peter-Prinzip selbst hat eine Position erreicht, die ihm nicht zusteht.


[1] oder: „die“
[2] unsere Favoriten in diesem Fall
[3] das Peter-Prinzip ist u.a. lustig

1 Kommentar »

  1. Zustimmung hier!
    Schon das Buch über das Prinzip wird dem Anspruch an eine Wissenschaftliche Arbeit, ja selbst an ein populärwissenschaftliches Werk nicht mal in Ansätzen gerecht. Schön zu lesen ist es trotzdem. Das es mit zu einer verzerrten Wahrnemung führen kann, sollte man bei der Lektüre allerdings bedenken.
    Man beobachtet bald überall die Auswirkungen des Peter-Prinzips, welches schon in seiner Grundannahme nicht stimmt.

    Kommentar von Max Krapp — 24.September 2009 @ 16:39


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