Webbär – das kleine Webmagazin

23.August 2009

Korrelationen, Signifikanz und Kausalität

Filed under: Wissen — Schlagwörter: , , , , , , — webbaer @ 03:23

Es gibt in der Realität keine Kausalität. Kausalität wird bestimmt, beziehungsweise behauptet indem Korrelationen [1] auf ihre Signifikanz hin geprüft werden. Diese Prüfung geschieht mit Hilfe der Mathematik und basiert auf Annahmen, ist also letztlich willkürlich.

Q: Beispiele?

RouletteA1: Wir spielen Roulette und setzen jeweils auf Rot, nach 1.000 Spielen haben wir 535 mal gewonnen. Wir legen ein mathematisches Modell an (18 rote Zahlen, 18 schwarze Zahlen, eine grüne Null) [2] und stellen fest, dass die Wahrscheinlichkeit für das festgestellte Ereignis (unter den genannten Voraussetzungen mindestens 535 mal zu gewinnen) bei ca. 1‰ liegt. Nun „springen“ wir, stellen also Signifikanz fest, und schließen auf einen Fehler des Roulettekessels. Wir spielen nun weiterhin möglichst fleißig an diesem Roulettetisch die Farbe Rot. [3]
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18.August 2009

Kritik des Peter-Prinzips

Filed under: Gesellschaft, Wissen — Schlagwörter: , , , , , — webbaer @ 14:01

Laurence J. PeterDas Peter-Prinzip besagt in etwa, dass in einer Hierarchie eine Person mit der Zeit zwingend diejenige Position erreicht, die ihrem Leistungsvermögen nicht mehr entspricht, sie also überfordert. Laurence J. Peter wird diese Aussage vermutlich nicht ganz ernst gemeint haben, die Hierarchologie, die seines Erachtens als neues Fachgebiet aus dem Peters-Prinzip abzuleiten wäre, gibt es nicht. Und das ist auch gut so.

Angesprochen ist hier der Dilbert in uns allen, derjenige, der fast täglich mit Personen zu tun hat, die fast zwingend die Fragestellung evozieren „Wie ist der [1] denn in diese Position gelangt?“. Mögliche Antworten sind dann:
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13.August 2009

Spieltheorie: Papier, Schere, Stein – Weltmeisterschaften

In unserer kleinen Serie Spieltheorie haben wir einige Probleme und Paradoxa bearbeitet, wie beispielsweise…

… und dazu einige Artikel gebracht, die sich mit populären Spielen beschäftigten.
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7.August 2009

Ein Kreter sagt alle Kreter lügen

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creteDer Webbär war kürzlich auf Kreta und während er noch an einer Lebensmittelvergiftung litt, die ihm der leichtfertige Verzehr eines Cordon Bleu bereitet hatte, geriet er in ein Verkaufsgespräch mit einem Kreter. Mittlerweile gestählt im Umgang mit dem lokalen Volk wusste oder zumindest ahnte er, dass Vorsicht geboten ist. Und in der Tat war die Ware minderwertig und eine Markenfälschung lag vor; das Geld blieb somit im Beutel. Zurück vom Marktplatz für Touristen, in seinem Hotel für Touristen berichtete er seinen Kummer einem touristischen Leidensgenossen, der ebenfalls mehr als einmal übers Ohr gehauen worden ist, worauf ein kretischer Keller, der das Klagen anscheinend mitgehört hatte, hinzu kam und laut sagte: „Alle Kreter lügen!
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5.August 2009

Spieltheorie: das Gefangendilemma

Gegeben sind zwei Knackis, die sich Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgesetzt sehen, inhaftiert sind (es sind eben Knackis) und in Einzelhaft gehalten werden, also sich gegenseitig keine Nachrichten zukommen lassen können. Beiden wird ein und dasselbe Verbrechen zur Last gelegt, das sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zusammen begangen haben sollen, der Staatsanwalt trägt in etwa wie folgt vor:
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Über Zeitreisen

Filed under: Paradoxa, Wissen — Schlagwörter: , , , — webbaer @ 18:53

Aus Systemsicht [1] sind Zeitreisen in die Zukunft problemlos möglich, ein lebendes und denkendes Subjekt, das in den Kategorien Wissen und Glauben navigiert, also ein Gedächtnis hat und Zustände erkennen und sich in vereinfachter Form merken kann, kann theoretisch und möglicherweise auch bald praktisch in die Zukunft reisen. Der schlafende Mensch erfährt beispielsweise eine Zeitreise in primitiver Form.
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1.August 2009

Der ultimative Gottesbeweis

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godDieser Gottesbeweis wird möglicherweise nicht jeden befriedigen, er ist allerdings ultimativ.

Q: Betrachten wir die Welt, was wissen wir über diese? A: Nicht viel, aber wir wissen: „Etwas ist“.
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29.Juli 2009

Wir wissen, dass wir nichts wissen

Filed under: Spiele, Wissen — Schlagwörter: , , — webbaer @ 04:55

chess_startpositionSo soll sich Sokrates ausgedrückt haben. Er hat es ein wenig anders gemeint, aber geblieben im allgemeinen Gedächtnis ist hauptsächlich das Wissen um das grundsätzliche Nichtwissen. Wenn wir uns Spiele anschauen, die keine Glücksspiele sind (wie bspw. Roulette und Lotto [1]) und keine Zufallskomponente besitzen (wie bspw. Poker, Mensch ärgere Dich nicht!  und Backgammon), also vielleicht Schach, dann stellen wir fest, dass wir nicht viel oder zumindest überraschend wenig über diese Spiele wissen.
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28.Juli 2009

Spieltheorie: Nachtrag zum Drei-Türen-Problem

Filed under: Spieltheorie — Schlagwörter: , — webbaer @ 04:18

three-doors-problemIn diesem Artikel wurde gefragt wie sich das Drei-Türen-Problem darstellt, wenn unklar ist, ob der Moderator sein Wechselangebot (Wir erinnern uns, wir entscheiden uns für eine der drei Türen, der Moderator öffnet daraufhin eine zweite Tür und bietet an zur dritten Tür zu wechseln – nur eine Tür hält einen Preis bereit) immer macht, was Problembedingung beim ursprünglichen Drei-Türen-Problem war.

Ganz konkret: Wir sind bei Wim, dem Moderator, was wissen wir, welche Entscheidungsgrundlagen gibt es?:
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25.Juli 2009

Und am Mittwoch kam der Henker…

Filed under: Paradoxa — Schlagwörter: , , , — webbaer @ 07:18

Stellen wir uns einen etwa fünfzigjährigen Lehrer mit leichtem Bartwuchs vor, der ein naturwissenschaftliches Fach wie Mathematik oder Physik unterrichtet, oder einen Deutsch- oder Geschichtslehrer der „alten Schule“. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei annähernd 1, dass dieser in seinem Lehrerleben folgende Lernnachricht mindestens einmal vorgetragen hat oder noch vortragen wird:

hangmanEinem Delinquenten wird in den Morgenstunden eines Montags der Prozess gemacht; der Richter verkündet als Strafmaß den Tod am Strang. Weiterhin verkündet der Richter, dass die Exekution bis einschließlich zum Sonntag stattzufinden hat und dass der Verurteilte bezüglich des Vollstreckungstages bis zuletzt im Unklaren zu lassen ist.
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23.Juli 2009

Spieltheorie: Geld gegen Ware und der dunkle Wald

Filed under: Spieltheorie — Schlagwörter: , , , , — webbaer @ 11:45

forest-problem

Die beiden Herren A und B haben sich zu einem Geschäft verabredet, die Herren kennen sich nicht persönlich und die Verabredung erfolgte telekommunikativ. Herr A, der im Besitz eines Geldbetrags ist, und Herr B, der Ware besitzt, verabreden Geldbetrag und Ware zu tauschen. Beide Herren sind stark am Besitz des anderen interessiert und schätzen den Wert dieses Besitzes höher ein als den des eigenen Tauschobjekts.

Sie verabreden sich in einem Wald zu treffen und um ihr Inkognito zu wahren ist folgendes Procedere geplant:
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21.Juli 2009

Spieltheorie: eine Variante des Drei-Türen-Problems

Filed under: Spieltheorie — Schlagwörter: , — webbaer @ 02:00

three-doors-problemDas Drei-Türen-Problem geht so: Sie sind in eine Gameshow eingeladen und der Moderator, wir nennen ihn in der Folge Wim, bittet Sie zu drei verschlossenen Türen und fordert Sie auf sich für eine Tür zu entscheiden, dabei setzt er Sie auch darüber in Kenntnis, dass nur hinter einer Tür ein wertvoller Gegenstand als Preis für Sie bereit gehalten wird.
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